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ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI.
AN DIE DELEGATION AUS DER UKRAINE BEI DER OFFIZIELLEN ÜBERGABE DES CHRISTBAUMS AUF DEM PETERSPLATZ

Sala Clementina
Freitag, 16. Dezember 2011

 

Дорогі брати й сестри!
Я радий вас прийняти та до кожного з вас звернути своє щире вітання.

[Liebe Brüder und Schwestern! Ich freue mich, Sie zu empfangen und einen jeden herzlich zu begrüßen.]

Ich begrüße den Großerzbischof von Kiew-Halycˇ, Swjatoslaw Schewtschuk, den Erzbischof von Leopoli der Lateiner, Mieczyslaw Mokrzycki, und den Eparchen von Mukacevo, Milan Sˇasˇik, gemeinsam mit den anderen Mitbrüdern im Bischofs- und im Priesteramt der griechischkatholischen Kirche und der lateinischen Kirche; ich schließe in mein herzliches Gedenken alle Gläubigen der Ukraine ein, die Sie hier repräsentieren. Mein hochachtungsvoller Gruß gilt auch den zivilen Autoritäten, insbesondere dem stellvertretenden Ministerpräsidenten, Herrn Kolesnikov Borys. Ich danke für die an mich gerichteten freundlichen Worte sowie für den großen Weihnachtsbaum, der den Petersplatz schmückt, und auch für die Ikone. Einen besonderen Gedanken richte ich an die verehrten Vertreter der orthodoxen Kirche mit dem Erzbischof von Poltava und Myrhorod und bringe meine aufrichtige Wertschätzung für die Bedeutung ihrer Anwesenheit zum Ausdruck. Schließlich grüße ich alle Ukrainer – die in der Heimat sowie die, die in alle Welt zerstreut und auch hier in Rom anwesend sind.

Dieser Baum wird neben der Krippe, die gerade aufgebaut wird, bis zum Ende der Weihnachtszeit stehen bleiben, um von den Bewohnern Roms und den Pilgern bewundert zu werden, die aus allen Teilen der Welt hierher kommen. Der Tannenbaum ist ein bedeutungsvolles Zeichen der Geburt Christi, denn mit seinen immergrünen Zweigen erinnert er an das Fortbestehen des Lebens, und er ist auch ein Zeichen für die Volksfrömmigkeit Ihrer Heimat und die christlichen Wurzeln Ihrer Kultur. Ich wünsche, daß diese Wurzeln die nationale Einheit Ihres Landes immer mehr stärken mögen, indem sie die echten, allen gemeinsamen Werte fördern. Im Lauf der Jahrhunderte war Ihr Land ein Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen, Ort der Begegnung zwischen den geistlichen Reichtümern des Ostens und des Westens. Möge es in der ausdauernden Treue zu den Werten des Glaubens weiter auf diese besondere Berufung antworten können. Sie haben dieser mächtigen Rottanne weitere kleinere Bäume für den Apostolischen Palast und andere Vatikangebäude hinzufügen wollen. Diese Bäume werden zusammen mit den traditionellen Trachten, der stimmungsvollen Musik und den lokalen Produkten typische Elemente Ihrer Heimat in Rom bekannt machen. Möge diese Ihre Wallfahrt in der ganzen ukrainischen Gemeinschaft den Wunsch erneuern, den Glauben freudig zu leben und zu bekennen sowie die Werte des Lebens, der Solidarität und des Friedens zu fördern, die uns die Geburt Christi jedes Jahr vor Augen stellt.

In dieser Adventszeit lädt uns die Kirche ein, uns auf die Geburt des Erlösers vorzubereiten, indem wir unseren geistlichen Weg und die Beziehung zu Christus vertiefen. Unsere Zeit braucht heilige Christen, die sich für ihren Glauben begeistern! Die Jungfrau Maria ist uns dabei Vorbild und Führerin: Um den Willen Gottes für ihr Leben und die Bedeutung der Ereignisse zu verstehen, die den Sohn Gottes betreffen, zeigt sie seinen einzigartigen kontemplativen Blick: sie hört, beobachtet, bewahrt, meditiert, betet. Wie wichtig ist es, den Geschmack am Gebet wiederzufinden! Wie sehr müssen wir aufpassen, uns nicht vom überstürzenden Tempo des Lebens überwältigen zu lassen, das uns daran hindert, in uns zu gehen und uns vor dem wunderbaren Geheimnis Gottes einzufinden, der in unserem Herzen wohnt!

Liebe Freunde, der Baum und die Krippe sind charakteristische Elemente der Weihnachtsatmosphäre, die zum geistlichen Erbe unserer Gemeinschaften gehören; einer von Frömmigkeit und familiärer Vertrautheit erfüllten Atmosphäre, die wir auch in den heutigen Gesellschaften bewahren müssen, wo zuweilen der Konsumismus und das Streben nach materiellen Gütern zu dominieren scheinen. Weihnachten ist ein christliches Fest, und seine Symbole stellen wichtige Bezüge zum großen Geheimnis der Menschwerdung und der Geburt Jesu her, auf das die Liturgie beständig verweist. Der Schöpfer der Welt ist ein Kind geworden und zu uns gekommen, um unseren Weg zu teilen; er hat sich klein gemacht, um in das Herz des Menschen zu kommen und ihn so mit seiner Liebe zu erneuern. Bereiten wir uns darauf vor, ihn gläubig zu empfangen.

Erneut bringe ich Ihnen allen, Ihren in der Heimat verbliebenen Mitarbeitern und allen, die sich beim Transport des Baumes engagiert haben, meinen tiefen Dank zum Ausdruck. Danke für den Beitrag, den jeder von Ihnen so großherzig geleistet hat. Und ich nütze diese Gelegenheit, um Ihnen meine herzlichen Wünsche zu den bevorstehenden Weihnachtsfeierlichkeiten zu übermitteln. Ich versichere Sie meines Gebetsgedenkens für Sie, Ihre Familien, die Ukraine sowie für alle Ukrainer und erteile Ihnen von Herzen den Apostolischen Segen. Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 



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