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ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI.
AN HERRN HENRY LLEWELLYN LAWRENCE,
NEUER BOTSCHAFTER VON BELIZE BEIM HEILIGEN STUHL

Clementina-Saal
Donnerstag, 9. Juni 2011

 

Herr Botschafter!

Ich freue mich, Sie im Vatikan willkommen zu heißen und das Beglaubigungsschreiben entgegenzunehmen, durch das Sie als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter von Belize beim Heiligen Stuhl akkreditiert werden. Ich danke ihnen, daß Sie mir die freundlichen Grüße des Generalgouverneurs, Sir Colville Young, übermittelt haben, und im Gegenzug möchte ich Sie bitten, ihm und dem ganzen Volk Ihrer Nation meine eigenen guten Wünsche zu überbringen.

Der Heilige Stuhl schätzt seine diplomatischen Beziehungen zu Belize als wichtiges Mittel, um zur gegenseitigen Zusammenarbeit für das sittliche und materielle Wohlergehen all seiner Bürger zu gelangen. Durch die Zusammenarbeit von Männern und Frauen guten Willens in ganz Mittelamerika setzt sich die Kirche dafür ein, auch unter schwierigen Umständen Frieden und Wohlergehen zwischen allen Völkern der Region zu fördern, auf der Grundlage der unveränderlichen Werte des Evangeliums, die den Menschen der Region stets gut gedient haben. Mit besonderer Fürsorge für die Armen und Schwachen richtet die Kirche die Aufmerksamkeit auf die Würde des Menschen und setzt sich dafür ein, diese Würde durch ihre vielen Initiativen im sozialen und im karitativen Bereich sowie in der Entwicklung zu fördern und voranzutragen. Die Hingabe an diese Arbeit gewinnt ihre Stärke nicht nur aus der Liebe zur menschlichen Person, sondern zuerst und vor allem aus einer tiefen Liebe zu Gott, denn »im Licht Gottes versteht man die Identität, den Sinn und das Ziel der Person vollständig« (Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 2011, 1; in O.R. dt., Nr. 51/52 vom 24.12.2010, S. 12).

Von alters her unterhält die katholische Kirche in Belize herzliche Beziehungen zu den zivilen Obrigkeiten, in einer Atmosphäre, die der Erfüllung der Sendung, die ihr vom Herrn anvertraut wurde, zuträglich ist. Eine solche Atmosphäre ist großenteils den Grundlagen zu verdanken, auf denen Belize errichtet wurde: eine Basis, die überlieferte christliche Werte unterstützt und den immerwährenden Wert wahrer Menschenrechte sowie grundlegender bürgerlicher und politischer Freiheiten anerkennt, die die Achtung der menschlichen Person, die soziale Eintracht und den Fortschritt der ganzen Gesellschaft fördern. Unter den in Ihrem Land verankerten Gesetzen befinden sich die Rechte auf Religionsfreiheit und Freiheit der Religionsausübung. Kürzlich hatte ich Gelegenheit zu sagen: »Das Recht auf Religionsfreiheit ist in der Würde des Menschen selbst verankert, dessen transzendente Natur nicht ignoriert oder vernachlässigt werden darf« (ebd., Nr. 2).

Die Religionsfreiheit und die Freiheit der Religionsausübung gestatten den Gläubigen, als Individuen zu gedeihen und zum Leben des Landes in jedem Bereich menschlicher Tätigkeit positiv und in Fülle beizutragen. Möge Ihr Land, Herr Botschafter, seinen Nachbarn und all jenen, die danach streben, die Folgen dieser Rechte und die entsprechenden Werte zu beschneiden, in dieser Hinsicht ein Vorbild sein. Die katholische Kirche in Belize beteiligt sich auf vielfältige Weise am gesellschaftlichen Leben, einschließlich der Erziehung der jungen Menschen in Zusammenarbeit mit dem Staat. Grundsätzlich bildet die Erziehung die einzelnen aus und holt das Beste aus ihnen heraus, so daß diese wiederum auf sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Ebene bereitwillig zur Gesellschaft als Ganzer beitragen können.

Die religiöse Erziehung, und insbesondere die katholische Erziehung, leistet einen eigenen Beitrag zum Wohlergehen Ihres Volkes, da sie in der Lage ist, »die neuen Generationen zu befähigen, im anderen den eigenen Bruder bzw. die eigene Schwester zu erkennen, mit denen man gemeinsam vorangehen und zusammenarbeiten muß, damit alle sich als lebendige Glieder ein und derselben Menschheitsfamilie empfinden« (ebd., 4). Die Erziehung trägt Früchte, wenn sie auf der Tugend gründet, die schon in der Familie verankert ist. Diese ist »die erste Zelle der menschlichen Gesellschaft« und »der vorrangige Bereich der Erziehung zu harmonischen Beziehungen auf allen nationalen und internationalen Ebenen menschlichen Zusammenlebens« (ebd.). Wenn die jungen Menschen in Belize eine solide Grundlage in Glauben und Tugend, Intelligenz und gutem Willen besitzen, dann werden sie besser darauf vorbereitet sein, Führungsrollen im bürgerlichen und im gesellschaftlichen Leben zu übernehmen und für eine stabile, gerechte und friedliche Zukunft der Nation zu sorgen.

Mit diesen Empfindungen, Herr Botschafter, entbiete ich Ihnen alle guten Wünsche für Ihre neue Mission und versichere Sie der Bereitschaft der Römischen Kurie, Ihnen in Ihrem hohen Amt beizustehen. Auf Sie und auf das ganze Volk von Belize rufe ich den überreichen Segen des allmächtigen Gottes herab.

 



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