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PAPST FRANZISKUS

ANGELUS

Petersplatz
3. Adventssonntag
"Gaudete", 15. Dezember 2013

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Danke!
Liebe Brüder und Schwestern,
guten Tag!

Heute ist der dritte Adventssonntag, der auch der Gaudete-Sonntag, das heißt Sonntag der Freude genannt wird. In der Liturgie erklingt mehrmals der Aufruf, sich zu freuen, freudig zu sein, warum? Weil der Herr nahe ist. Weihnachten ist nahe. Die christliche Botschaft nennt sich »Evangelium«, das heißt »frohe Botschaft«, eine Verkündigung der Freude für das ganze Volk; die Kirche ist kein Zufluchtsort für traurige Leute, die Kirche ist die Heimat der Freude! Und die Traurigen finden in ihr Freude, sie finden die wahre Freude!

Doch die Freude des Evangeliums ist nicht irgendeine Freude. Sie findet ihren Grund darin, sich von Gott angenommen und geliebt zu wissen. Wie uns heute der Prophet Jesaja in Erinnerung ruft (vgl. 35,1-6a.8a.10), ist Gott der, der kommt, um uns zu erretten, und er eilt besonders den Verzagten zu Hilfe. Sein Kommen mitten unter uns stärkt uns, macht uns standhaft, schenkt uns Mut, lässt Wüste und Steppe jubeln und blühen, das heißt das Leben, wenn es verdörrt. Und wann trocknet unser Leben aus? Wenn es ohne das Wasser des Wortes Gottes und seines Geistes der Liebe ist. So groß auch unsere Grenzen und unsere Verzagtheit sein mögen, es ist uns nicht gestattet, angesichts der Schwierigkeiten und unserer eigenen Schwächen erschlafft und wankend zu sein. Im Gegenteil, wir sind aufgefordert, die Hände wieder stark, die Knie fest zu machen, Mut zu haben und uns nicht zu fürchten, da unser Gott uns immer die Größe seiner Barmherzigkeit zeigt. Er gibt uns die Kraft, vorwärtszugehen. Er ist immer bei uns, um uns zu helfen voranzugehen. Er ist ein Gott, der uns so gerne hat, der uns liebt, und deshalb ist er bei uns, um uns zu helfen, um uns zu stärken und vorwärtsgehen zu lassen. Habt Mut! Immer vorwärts! Dank seiner Hilfe können wir immer wieder von vorne anfangen. Wie? Von vorne anfangen? Jemand könnte mir sagen: »Nein, Pater, ich habe so viel angestellt… Ich bin ein großer Sünder, eine große Sünderin… Ich kann nicht von vorne anfangen!« Das ist ein Irrtum! Du kannst von vorne anfangen! Warum? Weil er dich erwartet, er ist dir nahe, er liebt dich, er ist barmherzig, er vergibt dir, er gibt dir die Kraft, von vorne anzufangen! Allen! So sind wir fähig, die Augen neu zu öffnen, Traurigkeit und Tränen zu überwinden und ein neues Lied anzustimmen. Und diese wahre Freude bleibt auch in der Prüfung, auch im Leid, denn sie ist keine oberflächliche Freude, sondern senkt sich in die Tiefe des Menschen ein, der sich Gott anvertraut und auf ihn vertraut. Die christliche Freude ist wie die Hoffnung auf die Treue Gottes gegründet, in der Gewissheit, dass er seine Verheißungen immer erfüllt.

Der Prophet Jesaja mahnt jene, die vom Weg abgekommen und verzagt sind, auf die Treue des Herrn zu vertrauen, da bald sein Heil in ihr Leben einbrechen wird. Alle, die Jesus auf ihrem Weg begegnet sind, erfahren im Herzen eine Zuversicht und Freude, deren sie niemand und nichts berauben kann. Unsere Freude ist Jesus Christus, seine treue unerschöpfliche Liebe! Wenn daher ein Christ traurig wird, so bedeutet dies, dass er sich von Jesus entfernt hat. Doch deshalb darf man ihn nicht alleine lassen! Wir müssen für ihn beten und ihn die Wärme der Gemeinschaft spüren lassen.

Die Jungfrau Maria helfe uns, den Schritt in Richtung Betlehem zu beschleunigen, um dem Kind zu begegnen, das für uns geboren ist, für das Heil und die Freude aller Menschen. Zu ihr sprach der Engel: »Sei gegrüßt [Freue dich], du Begnadete, der Herr ist mit dir« (Lk 1,28). Sie erwirke es uns, die Freude des Evangeliums in der Familie, bei der Arbeit, in der Pfarrei und in jedem Umfeld zu leben. Eine innige Freude aus Staunen und Zärtlichkeit. Jene Freude, die eine Mutter empfindet, wenn sie auf ihr neugeborenes Kind blickt und spürt, dass es ein Geschenk Gottes ist, ein Wunder, für das man nur danken kann!


Nach dem Angelusgebet

Liebe Brüder und Schwestern, es tut mir leid, dass ihr im Regen steht! Aber ich bin bei euch, von hier aus… Ihr seid mutig! Danke! Der erste Gruß ist heute den Kindern von Rom vorbehalten, die zur traditionellen, vom »Centro Oratori Romani« organisierten Segnung der »Bambinelli« (der »Jesuskinder«) gekommen sind. Liebe Kinder, wenn ihr vor eurer Krippe betet, erinnert euch auch an mich, wie ich mich an euch erinnere. Ich danke euch, und:Frohe Weihnachten!

Ich grüße die Familien, die Pfarrgruppen, die Vereinigungen sowie die einzelnen Pilger aus Rom, Italien und vielen Teilen der Welt, besonders aus Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Voll Zuneigung grüße ich die Kinder aus Sambia und wünsche ihnen, »lebendige Steine« zu werden, um eine menschlichere Gesellschaft zu errichten. Ich schließe in diesen Wunsch alle hier anwesenden Jugendlichen ein, besonders jene aus Piscopio und Gallipoli und die Universitätsstudenten der Katholischen Aktion aus der Region Basilikata.

Ich grüße die Chöre aus Vicenza, L’Aquila und Mercato San Severino; die Gläubigen aus Silvi Marina und San Lorenzello; wie auch die Mitglieder des CRAL Telecom mit ihren Familienangehörigen. Allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag und eine gesegnete Mahlzeit. Auf Wiedersehen!




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