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PAPST FRANZISKUS

REGINA COELI

Petersplatz
Sonntag, 14. Mai 2017

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Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Gestern Abend bin ich von meiner Pilgerreise nach Fatima zurückgekehrt – grüßen wir die Gottesmutter von Fatima! –, und unser heutiges Mariengebet nimmt eine besondere Bedeutung an, erfüllt von Erinnerung und Prophetie für den, der mit den Augen des Glaubens auf die Geschichte blickt. In Fatima bin ich in das Gebet des heiligen gläubigen Volkes eingetaucht, um den mütterlichen Schutz Marias für die ganze Welt zu erflehen, ein Gebet, das dort seit hundert Jahren wie ein Fluss hervorströmt. Ich danke dem Herrn, der es mir gewährt hat, mich als Pilger der Hoffnung und des Friedens zu Füßen der Jungfrau und Mutter zu begeben. Und von Herzen danke ich den Bischöfen, dem Bischof von Leiria-Fatima, den staatlichen Obrigkeiten, dem Präsidenten der Republik und allen, die ihre Zusammenarbeit angeboten haben.

Von Anfang an, als ich in der Erscheinungskapelle lange in Stille verweilte und dabei von der betenden Stille aller Pilger begleitet war, hat sich eine Atmosphäre der Sammlung und Kontemplation gebildet, in der sich die verschiedenen Momente des Gebets vollzogen. Und im Mittelpunkt von allem stand und steht der auferstandene Herr, der inmitten seines Volkes im Wort und in der Eucharistie gegenwärtig ist. Gegenwärtig inmitten so vieler Kranker, die die Protagonisten des liturgischen und pastoralen Lebens von Fatima wie von jedem Marienheiligtum sind.

In Fatima wählte die Jungfrau das unschuldige Herz und die Einfachheit der kleinen Francisco, Jacinta und Lucia als Hüter ihrer Botschaft. Diese Kinder haben sie würdig aufgenommen, so dass sie als zuverlässige Zeugen der Erscheinungen anerkannt und zu Vorbildern christlichen Lebens wurden. Mit der Heiligsprechung von Francisco und Jacinta wollte ich der ganzen Kirche ihr Beispiel der Treue zu Christus und ihr Zeugnis für das Evangelium vor Augen stellen, und ich wollte der ganzen Kirche auch die Sorge um die Kinder ans Herz legen. Ihre Heiligkeit ist nicht Folge der Erscheinungen, sondern der Treue und des Eifers, mit denen sie dem empfangenen Privileg entsprachen, die Jungfrau Maria sehen zu dürfen.

Nach der Begegnung mit der »schönen Frau« – so nannten sie sie – beteten sie häufig den Rosenkranz, taten Buße und brachten Opfer dar, um das Ende des Krieges zu erlangen, und für die Seelen, die am meisten der göttlichen Barmherzigkeit bedürfen. Und auch heute bedarf es so sehr des Gebets und der Buße, um für die Gnade der Umkehr zu beten, um das Ende der vielen Kriege zu erflehen, die es überall auf der Welt gibt und die sich immer weiter ausbreiten, sowie das Ende der absurden großen und kleinen Konflikte, die das Antlitz der Menschheit entstellen.

Wir wollen uns vom Licht leiten lassen, das von Fatima ausstrahlt. Das Unbefleckte Herz Marias sei immer unsere Zuflucht, unser Trost und der Weg, der zu Christus führt.


Nach dem Regina Caeli:

Liebe Brüder und Schwestern!

Liebe Brüder und Schwestern, ich empfehle Maria, Königin des Friedens, das Schicksal der Völker, die von Kriegen und Konflikten gequält werden, besonders im Nahen Osten. Viele unschuldige Menschen werden hart geprüft, sowohl Christen als auch Muslime als auch Angehörige von Minderheiten wie die Jesiden, die tragische Gewalttaten und Diskriminierungen erleiden. Meine Solidarität begleitet das Gedenken im Gebet, während ich allen danke, die sich engagieren, um in humanitärer Not Hilfe zu leisten.

Ich ermutige die verschiedenen Gemeinschaften, den Weg des Dialogs und der sozialen Freundschaft zu beschreiten, um eine Zukunft des Respekts, der Sicherheit und des Friedens aufzubauen, fern von jeder Art von Krieg. Gestern wurde in Dublin der Jesuitenpriester John Sullivan seliggesprochen. Er lebte an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts in Irland und widmete sein Leben dem Unterricht und der spirituellen Bildung von Jugendlichen. Von den Armen und Leidenden wurde er als Vater sehr geliebt und  gesucht. Wir danken Gott für sein Zeugnis.

Ich grüße euch alle, die Gläubigen aus Rom und die Pilger aus Italien und verschiedenen anderen Ländern. Besonders die Gläubigen aus Ivrea, Salerno, Valmontone und Rimini; die Schüler aus Potenza und Mozzo (Bergamo). Ich grüße die Teilnehmer an der »Leere Kinderwagen « genannten Initiative sowie die Gruppe der Mütter aus Bordighera. Die Zukunft unserer Gesellschaften erfordert von Seiten aller, besonders der Institutionen, eine konkrete Aufmerksamkeit gegenüber dem Leben und der Mutterschaft. Und dieser Appell ist besonders bedeutsam heute, während in vielen Ländern der Muttertag begangen wird, ja! Wir wollen dankbar und voll Zuneigung aller Mütter gedenken, auch unserer Mütter im Himmel, und wir wollen sie Maria empfehlen, der Mutter Jesu. Und jetzt mache ich euch einen Vorschlag: Wir wollen einen Augenblick in Stille verweilen, während ein jeder für seine Mutter betet. Allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!

 



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