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ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE MITGLIEDER DER BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN

Clementina-Saal
Samstag, 2. Februar 2019

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Liebe Brüder und Schwestern!

Ich freue mich, euch heute zu begegnen, und ich danke euch für den freudigen Empfang! Insbesondere danke ich der Frau Präsidentin für die nachdrücklichen Worte – nachdrücklich im Ton! –, die sie im Namen der ganzen Bewegung an mich gerichtet und für die Inhalte, die sie zum Ausdruck gebracht hat, indem sie eure Sendung im Dienst am Leben und die Bedeutung des »Tags für das Leben«, der morgen in ganz Italien gefeiert wird, in Erinnerung gerufen hat.

Der »Tag für das Leben«, der vor 41 Jahren auf Initiative der italienischen Bischöfe ins Leben gerufen wurde, wirft in jedem Jahr Licht auf den vorrangigen Wert des menschlichen Lebens und die absolute Pflicht, es zu verteidigen, von seiner Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Und dazu möchte ich eine Hervorhebung machen, als allgemeine Vorbemerkung. Für das Leben Sorge zu tragen bedeutet, dies das ganze Leben hindurch zu tun, bis zum Ende. Und es bedeutet auch, auf die Lebensbedingungen zu achten: Gesundheit, Bildung, Arbeitsmöglichkeiten und so weiter; also all das, was es einem Menschen gestattet, in Würde zu leben. Daher findet der Lebensschutz nicht nur auf eine Weise oder mit einer einzigen Geste statt, sondern er wird in zahlreichen Tätigkeiten, Formen der Achtsamkeit und Initiativen verwirklicht. Und er betrifft auch nicht nur einige Menschen oder bestimmte Berufszweige, sondern bezieht jeden Bürger und das komplexe Gefüge der gesellschaftlichen Beziehungen mit ein.

In diesem Bewusstsein ist die »Bewegung für das Leben«, die durch die Zentren und Dienstleistungsstellen zur Unterstützung des Lebens, die Aufnahmeeinrichtungen und ihre zahlreichen Initiativen in ganz Italien präsent ist, seit 43 Jahren darum bemüht, Sauerteig zu sein, der einen Lebensstil und Gesten der Annahme und der Achtung des Lebens im ganzen »Teig« der Gesellschaft verbreitet.

Diese sollte stets eine eifersüchtige und entschiedene Wächterin über das Leben sein, denn »das Leben ist Zukunft«, wie die Botschaft der Bischöfe in Erinnerung ruft. Nur wenn man ihm Raum schafft, kann man nach vorne blicken und dies mit Vertrauen tun. Darum hat die Verteidigung des Lebens ihren Höhepunkt in der Annahme des Menschen, der gezeugt wurde und noch im Mutterleib bewahrt ist, vom mütterlichen Schoß umfangen wie in einer liebevollen Umarmung, die beide vereint.

Ich schätze das Thema, das in diesem Jahr für den europäischen Wettbewerb gewählt wurde, der den italienischen Schulen angeboten wurde: »Ich trage Sorge für dich. Das Modell der Mutterschaft«. Es lädt dazu ein, die Empfängnis und die Geburt nicht als mechanische oder rein physische Tatsache zu betrachten, sondern mit Blick auf die Beziehung und die Gemeinschaft, die die Frau und ihr Kind vereint.

 



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