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GRUSSWORT DES HEILIGEN VATERS
AN EINE DELEGATION DER HEILSARMEE

Freitag, 8. November 2019

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Herr General,
liebe Brüder und Schwestern!

Ich freue mich über diese Gelegenheit, euch und allen Mitgliedern und Ehrenamtlichen der Heilsarmee meine dankbare Anerkennung zum Ausdruck zu bringen für das Zeugnis, das ihr für den Primat der Jüngerschaft und für den Dienst an den Armen gebt. Das macht euch zu einem erkennbaren und glaubwürdigen Zeichen der Liebe im Einklang mit dem Evangelium, den Worten des Herrn gehorsam: »Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid« (Joh 13,34).

Wie ich bereits mehrmals erwähnt habe – auch jetzt im Gespräch –, war es eine Begegnung mit Mitgliedern der Heilsarmee, bei der ich durch meine Großmutter meine erste Lektion in Ökumene erhalten habe, vor vielen Jahren… Ich war vier Jahre alt! Deren Beispiel demütigen Dienstes an den Letzten unter unseren Brüdern und Schwestern sagt mehr als jedes Wort. Mir kommt jener weise Gedanke Ihres Vorgängers, Herr General, in den Sinn, als wir vor fünf Jahren einander begegnet sind: »Heiligkeit überschreitet die konfessionellen Grenzen.« Heiligkeit, die in konkreten Taten der Güte, der Solidarität und der Heilung offenbar wird, spricht zum Herzen und bezeugt die Authentizität unserer Jüngerschaft. Auf dieser Grundlage können Katholiken und Mitglieder der Heilsarmee sich gegenseitig helfen und immer mehr in gegenseitigem Respekt zusammenarbeiten, auch in einem heiligen Leben.

Dieses gemeinsame Zeugnis ist wie der Sauerteig, den eine Frau im Gleichnis Jesu nimmt und unter das Mehl mischt, bis der ganze Teig durchsäuert ist (vgl. Lk 13,21). Die selbstlose Liebe, die die Gesten des Dienens gegenüber den Bedürftigen inspiriert, ist nicht nur der Sauerteig, sondern auch der Duft frisch gebackenen Brotes. Sie zieht an und überzeugt. Vor allem die jungen Menschen brauchen es, diesen Duft wahrzunehmen, weil er in vielen Fällen in der alltäglichen Erfahrung fehlt. In einer Welt, in der Egoismen und Spaltungen in großer Zahl vorhanden sind, ist es gerade der edle Geschmack der bedingungslosen Liebe, der als Gegenmittel wirkt und den Weg zur transzendenten Bedeutung unserer Existenz öffnet.

Als Bischof von Rom, dieser Diözese, möchte ich der Heilsarmee auch danken für das, was sie in dieser Stadt zugunsten der Obdachlosen und Ausgegrenzten tut. Es gibt sehr viele von ihnen in Rom, sehr viele. Und ich weiß auch um eure umfassende Einbindung in den Kampf gegen den Menschenhandel und andere aktuelle Formen der Versklavung. Gott segne diesen euren Einsatz! Nochmals danke für euren Besuch. Gedenken wir einander gegenseitig im Gebet und arbeiten wir weiter, indem wir die Liebe Gottes durch Werke des Dienens und der Solidarität verbreiten.

 



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