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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 1. Oktober 1997

   

Liebe Schwestern und Brüder!

Unter den Titeln, mit denen die Kirche Maria verehrt, zählt das Zweite Vatikanische Konzil auch die "Mittlerin" auf. Obwohl einige Konzilsväter diese Entscheidung nicht voll teilen konnten, wurde die Anrede "Mittlerin" in die dogmatische Konstitution Lumen Gentium aufgenommen. Denn das Wort "Mittlerin" birgt eine tiefe Wahrheit in sich.

Wenn von Maria als Mittlerin die Rede ist, dann müssen wir im gleichen Atemzug von Maria als unserer Mutter sprechen. Maria als Mutter in der Gnadenordnung trägt zusammen mit Christus zur geistlichen Neugeburt der Menschheit bei. So ist Maria insofern Mittlerin, als sie unsere Mutter ist.

Trotzdem bleibt unbestritten, daß Marias mütterlicher Mittlerdienst in keiner Weise die einzige Mittlerschaft schmälert, die Jesus Christus zukommt. Marias Mitarbeit an der Erlösung verringert also nicht im geringsten die unmittelbare Verbindung der Gläubigen mit Christus. Im Gegenteil: Maria erleichtert es uns, eine innige Verbindung zu unserem Mittler und Erlöser aufzubauen, der Jesus Christus heißt. Wir wollen Gott dafür danken, daß er der Kirche in Maria eine Mutter schenkt, die die Gläubigen zu ihrem Sohn führt.

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Unter allen deutschsprachigen Pilgern und Besuchern grüße ich besonders die Teilnehmer an der Pilgerfahrt "Rom im Rollstuhl". Ich wünsche Euch, daß Ihr aus diesen Tagen in der Ewigen Stadt mit ihren vielfältigen Eindrücken, den Gottesdiensten und Begegnungen Kraft für Euren Alltag schöpfen könnt. Ebenso herzlich begrüße ich die Pilger aus der Erzdiözese Bamberg, die im Rahmen einer Leserreise der Kirchenzeitung "Heinrichsblatt" nach Rom gekommen sind. Euch allen und Euren Angehörigen zuhause sowie den über Radio Vatikan und das Fernsehen mit uns verbundenen Gläubigen erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana 

 

  



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