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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 5. Februar 1997

   

Liebe Schwestern und Brüder!

In der Szene der Hochzeit zu Kana beschreibt Johannes die erste öffentliche Fürsprache Mariens bei Jesus und hebt ihre Mitwirkung an der Sendung ihres Sohnes hervor.

Maria ist es, die zuerst den Ernst der Lage wahrnimmt. Sie ergreift die Initiative und wendet sich an Jesus: "Sie haben keinen Wein mehr" (Joh 2,3). In diesem Satz kommt ihr Glaube zum Ausdruck; sie bittet Jesus in der Gewißheit, daß er ein Wunder wirken kann. Jesu Antwort wirkt befremdend: "Was willst du von mir, Frau?" Diese Worte klingen kühl, als ob er mit ihr keine Lebensgemeinschaft gehabt hätte. Jesus stellt so den Glauben seiner Mutter auf die Probe.

Maria beharrt nicht mehr darauf, aber in der Überzeugung, daß Jesus doch ihren Wunsch erfüllen wird, sagt sie zu den Dienern: "Was er euch sagt, das tut!" (Joh 2,5). Ihr Vertrauen wird belohnt: Jesus, dem die Initiative überlassen wird, wirkt das Wunder, und erkennt dadurch den Glauben seiner Mutter an.

Mariens Aufforderung: "Was er euch sagt, das tut!" bleibt auch für uns gültig. Dadurch sind wir eingeladen, selbst dann zu vertrauen, wenn wir den Sinn der Worte Jesu nicht verstehen. Die Darstellung der Hochzeit zu Kana lädt uns ein, mutig im Glauben zu sein und die Wahrheit der Worte des Evangeliums in unserem Leben zu erfahren: "Betet und es wird euch gegeben" (Mt 7,7; Lk 11,9).

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Mit diesen Gedanken grüße ich Euch alle, die Ihr aus den Ländern deutscher Sprache nach Rom gekommen seid. Besonders heiße ich willkommen die Alumnen aus dem Priesterseminar der Erzdiözese Wien, die Pilgergruppe der Gehörlosenseelsorge derselben Erzdiözese sowie die Gruppe der Priester aus der Diözese Hildesheim. Euch, Euren lieben Angehörigen daheim und allen, die mit uns über Radio Vatikan und das Fernsehen verbunden sind, erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana 

 



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