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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 9. Juli 1997

   

Liebe Schwestern und Brüder!

Die kirchliche Tradition hat die Aufnahme Mariens in den Himmel von Anfang an mit der Überzeugung verbunden, daß die Gottesmutter in besonderer Weise an der Sendung ihres göttlichen Sohnes teilhat.

In einem Text, der reich an Poesie ist, beschreibt der heilige Germanus von Konstantinopel, wie Jesus seine Mutter zu sich in seine Herrlichkeit holt. Dabei legt der Theologe Jesus folgende Worte in den Mund: "Wo ich bin, dort sollst auch du sein, Mutter! Du bist untrennbar mit deinem Sohn verbunden."

Maria ist das erste menschliche Geschöpf, an dem die Auferstehung der Toten Wirklichkeit wird. Daß Jesus diese endzeitliche Verheißung zuerst an einer Frau einlöst, deutet darauf hin, daß sich dahinter der göttliche Wille verbirgt, das weibliche Geschlecht aufzuwerten. In der himmlischen Herrlichkeit steht neben dem auferstandenen Christus die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommene Maria. An der Seite des neuen Adam steht die neue Eva.

In einer Zeit, in der die Frau und besonders der weibliche Körper oft entwürdigt werden, kündet die Aufnahme Mariens in den Himmel davon, daß die Bestimmung eines jeden Menschen darin liegt, mit Leib und Seele in der Gemeinschaft mit Gott leben zu dürfen.

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Mit diesen Gedanken grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher sehr herzlich. Besonders heiße ich die Lehrkräfte des Werner-von-Siemens-Gymnasiums aus Regensburg willkommen. Einen herzlichen Gruß richte ich auch an die zahlreichen Schüler- und Jugendgruppen. Wie der Papst heute in die Berge geht, so wünsche ich auch Euch erholsame Sommerferien in Gottes schöner Natur und bei der Bewunderung der kulturellen Reichtümer. Euch allen und Euren Angehörigen zu Hause sowie den über Radio Vatikan und das Fernsehen mit uns verbundenen Gläubigen erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana 

  



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