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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 15. Oktober 1997

   

Liebe Schwestern und Brüder!

"Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau" (Gal 4, 4). Die Verehrung der seligen Jungfrau Maria liegt also in dem göttlichen Ratschluß begründet, die menschliche Identität des Sohnes Gottes an eine Frau zu binden: an Maria aus Nazareth.

Diese Heilswahrheit ist der rote Faden der Marienverehrung bis heute. So hat das Zweite Vatikanische Konzil formuliert: "Maria wird (...), da sie ja die heilige Mutter Gottes ist und in die Mysterien Christi einbezogen war, von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt" (Lumen gentium, 66).

Was Maria im Magnificat von ihrer Erwählung besingt, das durchzieht die Frömmigkeit der Kirche durch alle Jahrhunderte: "Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1, 48). Nicht nur die Lehre der Kirche, sondern auch ihre Ordnung von Gebet und Liturgie sowie die christliche Ikonographie zeugen davon, wie eng Maria mit dem Heilsmysterium ihres Sohnes Jesus Christus verbunden ist.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Grundlage dafür gelegt, daß sich die Marienverehrung in Verbindung zum Mysterium der Kirche entwickeln kann.

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Herzlich begrüße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern des deutschen Sprachraumes. Mein besonderer Willkommensgruß gilt den Teilnehmern der Diözesanwallfahrten aus dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Münster. Außerdem sind zahlreiche Chorgemeinschaften unter uns, die zur größeren Ehre Gottes ihre Stimmen erklingen lassen. Ich freue mich auch, daß eine Gruppe evangelischer Pfarrer, Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sowie zahlreiche Schüler- und Jugendgruppen zu dieser Audienz gekommen sind. Euch allen und Euren Lieben daheim sowie den mit uns über Radio Vatikan und das Fernsehen verbundenen Gläubigen erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana 

  



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