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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 9. September 1998

    

Liebe Schwestern und Brüder!

Am Anfang meines Pontifikates habe ich an eine Wahrheit erinnert, die schon den Kirchenvätern bewußt war: In den verschiedenen Religionen gibt es "Keime des Wortes", gleichsam Reflexe einer einzigen Wahrheit. Sie bezeugen, daß das tiefste Streben des menschlichen Geistes nur eine einzige Richtung kennt, auch wenn es sich auf verschiedene Wege begibt. Das haben wir auf dem Weltgebetstag für den Frieden vor fast zwölf Jahren in Assisi eindrucksvoll erlebt (vgl. Redemptor hominis, 11).

Das gemeinsame Streben nach Gott ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Es gibt zahlreiche Strahlen der göttlichen Weisheit: die vielfältigen Formen des Gebetes; das Leben nach den Geboten, die dem Moralgesetz entsprechen; das wahrhaftige Gespür für das Religiöse und viele andere mehr.

Dem entspricht die Haltung, die von der Kirche und jedem Christen gegenüber Anhängern anderer Religionen verlangt wird: gegenseitiger Respekt, tiefe Sympathie und - wenn möglich - auch herzliche Zusammenarbeit. Dadurch wird aber die Mission nicht überflüssig. Denn als Christen dürfen wir nicht vergessen: Jesus Christus ist der einzige Mittler und Erlöser der Menschheit.

* * *

Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Pilger und Besucher aus den deutschsprachigen Ländern. Besonders heiße ich die vielen Schüler- und Jugendgruppen willkommen. Euch allen und Euren Angehörigen zuhause sowie den über Radio Vatikan und das Fernsehen mit uns verbundenen Gläubigen erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

  



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