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MESSA DI BEATIFICAZIONE DEL SACERDOTE
DI COLONIA, ADOLPH KOLPING

OMELIA DI GIOVANNI PAOLO II

Domenica, 27 ottobre 1991

 

1. Il Salvatore nostro Cristo Gesù . . . ha fatto risplendere la vita . . . per mezzo del Vangelo (cf. 2 Tm 1, 10).

L’odierna lettura del Vangelo secondo San Marco ci ricorda l’episodio della guarigione del cieco di Gerico. Il Vangelo rivela anche il suo nome: Bartimeo, e ricostruisce la sua supplica-grido: “Figlio di Davide, Gesù, abbi pietà di me” (Mc 10, 47). Infine riferisce la sua commovente supplica: “Rabbuni, che io riabbia la vista” (Mc 10,51). E la risposta di Gesù non si fa attendere: “Va’, la tua fede ti ha salvato” (Mc 10,52).

Ecco, uno di quei segni che Gesù di Nazaret compiva durante il suo ministero pubblico. È, questo, un segno particolarmente eloquente: ridonando la vista al cieco, Gesù getta luce sulla sua vita. L’intera missione di Cristo è piena di questo senso: Egli getta luce divina sulla vita umana per mezzo del Vangelo. Alla luce delle parole di Cristo la vita umana acquista senso: il senso ultimo, che illumina anche le diverse sfere di questa vita terrena.

2. Oggi viene elevato alla gloria degli altari, come Beato della Chiesa, il Servo di Dio Adolph Kolping. Si può dire che la lettura liturgica dell’odierno Vangelo si incontri in modo particolare con la vita e con l’attività di questo sacerdote generoso, che nel secolo scorso ha gettato la grande luce del Vangelo sulla sempre difficile questione della giustizia sociale nei reciproci rapporti tra lavoro e capitale. La Beatificazione di Adolph Kolping, nell’anno in cui celebriamo il centesimo anniversario dell’enciclica Rerum novarum, acquista un significato particolarmente eloquente.

3. Kolping versuchte, die Christen aus ihrer Trägheit aufzurütteln und sie an ihre Verantwortung für die Welt zu erinnern. Für ihn war das Christentum nicht bloß ”für die Betkammern“ gedacht, sondern für den Alltag und für die Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die Lebensräume, in denen sich die menschliche und christliche Berufung zu erfüllen hat, sind für ihn: die Familie, die Kirche, der Beruf und die Politik.

 4. Die Familie.

Adolf Kolping wußte sehr gut, daß die Familie die erste und natürlichste Lebensgemeinschaft unter den Menschen ist. Kein Mensch kommt aus sich selbst. Vater und Mutter schenken ihm das Leben. Ein Kind braucht die Familie, braucht Freunde und Verwandte, die ihm helfen, Beziehungen zu seiner Mitund Umwelt aufzubauen. Adolph Kolping schreibt: ”Das erste, was der Mensch im Leben vorfindet, und das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, und das Kostbarste, was er besitzt, auch wenn er es nicht achtet, ist das Familienleben“.

Die Familie ist der Raum, in dem der Mensch seine ersten Lebensund Glaubenserfahrungen machen kann, um dann auf dieser Erfahrungsfolie alle späteren Weltund Glaubenserfahrungen zu bewältigen.

Bei all dem wußte Kolping um die Gefährdung der Familien und ihr Scheitern. Deshalb legte er einen so großen Wert auf die Heiligung der Familien. Er betonte immer wieder: ”Im Hause muß beginnen, was leuchten soll im Vaterland“. Bleibt die Familie gesund, dann kann eine kranke Gesellschaft immer wieder gesunden. Sind aber die Familien krank, dann ist die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit schwer gefährdet. Der Familie hat Adolph Kolping deshalb einen entscheidenden Platz in seinem pastoralsozialen Erneuerungsprogramm zugedacht.

5. Die Kirche.

Für Adolph Kolping war die Kirche der Ort, an dem der Mensch das Wort Gottes hört, das ihm Wegweisung gibt für seinen Weltauftrag, und die Sakramente empfängt, die ihm die Kraft verleihen, diesen Weltauftrag zu erfüllen. Alles, was die Kirche hat, hat sie von Jesus Christus. Sie hat all dies nicht für sich selbst, sondern für die Menschen. Mit der Kirche finden wir Christus und zugleich unsere Berufung für die Welt.

Adolph Kolping war ein Mann der Kirche. Er war geprägt durch das Evangelium Jesu und durch seine Lebenserfahrungen als ehemaliger Handwerker. Als Seelsorger wandte er sich vor allem den Ausgebeuteten und den Schwachen zu. Das waren damals die Handwerksgesellen und die Fabrikarbeiter. Sein soziales Engagement gründete in seinem Glauben. Der gab ihm die Kraft, sich im Dienst am Nächsten zu engagieren und so den Glauben an die Menschenfreundlichkeit Gottes weiterzutragen. Adolph Kolping sammelte die Handwerksgesellen und Arbeiter. Er überwand so ihre Isolation und Resignation. Die Gemeinschaft im Glauben gab ihnen die Kraft, hinauszugehen in ihren Alltag als Zeugen Christi vor Gott und der Welt.

Aus der Zerstreuung zu sammeln, in der Sammlung zu stärken und so wieder in die Zerstreuung zu gehen, ist und bleibt unser Auftrag auch in der Gegenwart. Christen sind wir nicht nur für uns allein, sondern immer auch für andere. Wir brauchen die Mitchristen, die durch ihr Christuszeugnis uns für den eigenen christlichen Weltauftrag stärken.

Was muß Adolph Kolping für ein begeisterter Priester gewesen sein, daß er heute noch so viele Männer und Frauen, junge und alte Menschen für Christus und seine Kirche begeistert. Euch, liebe Kolpingsbrüder und - schwestern, ist das Erbe Adolph Kolpings anvertraut. Gebt es weiter an die kommenden Generationen.

6. Der Beruf.

Die Schatten der Ungerechtigkeit, der Ausbeutung, des Hasses und der Demütigung des Menschen beherrschten im l9. Jahrhundert die Situation der Handwerksgesellen und der Fabrikarbeiter.

Adolph Kolping setzte in erster Linie auf den Menschen. Nicht die Strukturen müsse man zuerst ändern, sondern die Menschen. Getragen vom Glauben an Gott, der das Glück aller Menschen will, begann Kolping eine geduldige Erziehungsarbeit. In Wort und Schrift, durch überlegtes Planen und Handeln, versuchte er mit seinen Mitarbeitern dem Evangelium Raum und Stimme in der Welt der Arbeit zu verschaffen. Sie wurde für Adolph Kolping und sein Werk zum Betätigungsfeld seines werktätigen und weltnahen Christentums.

Er ist mit seiner Idee Wegbereiter und Vorläufer der großen päpstlichen Sozialenzykliken, die mit ”Rerum Novarum“ (1891) begannen und mit ”Centesimus Annus“ in diesem Jahr ihre vorläufig letzte Nachfolgerin gefunden haben. Die Kirche steht zum arbeitenden Menschen. Mit der Seligsprechung Adolph Kolpings möchte die Kirche diese arbeitenden Menschen ehren.

7. Die Politik.

Verantwortung für die Gesellschaft und die Gemeinschaft der Menschen zu übernehmen, war für Adolph Kolping die Konsequenz aus dem Evangelium. ”Auf unser tätiges Christentum kommt es an“, schrieb Kolping, ”ob die Welt zu christlicher Ordnung zurückkehrt. Nur dürfen wir dieses tätige Christentum nicht zwischen Kirchen mauern und Krankenstuben allein oder in unseren häuslichen Kreisen einschließen wollen, sondern müssen es... ins... Leben hinaustragen“. Darum befähigte und ermutigte er seine Freunde, in Politik und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Christen dürfen sich nicht zurückziehen, sondern haben in der Welt der Arbeit und an den Schaltstellen der Politik ihren Platz und ihren unverzichtbaren Auftrag. Kolping wußte: ”Die Kirche kann und darf sich von der sozialen Frage nicht zurückziehen... sie muß ins Leben treten und (darf) den Kampf... nicht scheuen“.

Die Kirche, liebe Schwestern und Brüder, das sind wir alle! In vielen Ländern Europas sind die kommunistischen Zwangsregime zusammengebrochen. Was wird nun an ihre Stelle treten? Was ist die Alternative zur marxistischen Gesellschaftstheorie, deren Konsequenzen die Welt ruiniert haben? Die Alternative, die Adolph Kolping anbietet, gründet im Evangelium. ”Man wird die wirkliche Lage der Verhältnisse in der politischen und sozialen Welt nie recht und ganz verstehen, wenn man nicht zugleich auch die religiöse ins Auge faßt. Die Religion ist und bleibt, mag man sie anerkennen oder nicht, die tiefste, die erste und die letzte Frage im Menschen“. Daraus ergibt sich: Verantwortung vor Gott für die Welt. Dafür steht Adolph Kolping als Zeuge heute vor uns.

8. Il Salvatore nostro Cristo Gesù ha vinto la morte (cf. 2 Tm 1, 10).

Partecipiamo all’Eucaristia, che è il Sacramento di questa vittoria di Cristo, accettando la morte come sacrificio per i peccati del mondo. Egli ha vinto la morte!

In virtù di questo sacrificio egli ha gettato la luce sulla nostra vita umana e sulla morte: la luce principale e radicale!

La risurrezione di Cristo è anche l’ultima parola del Vangelo che ci apre gli occhi - come al cieco dell’odierna liturgia - su tanti campi della vita umana.

Ringraziamo il Signore Risorto che, in un momento opportuno della storia, ha chiamato il suo servo Adolph Kolping ad essere servitore fedele e prudente “del Vangelo sociale”: del Vangelo dei diritti del lavoratore, del Vangelo della dignità del lavoro umano.

Ringraziamo Cristo perché in questo giorno il Servo di Dio Adolph Kolping è stato elevato alla gloria degli altari come Beato della Chiesa. Così sia!

 

© Copyright 1991 - Libreria Editrice Vaticana

 



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