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ANSPRACHE VON PAUL VI.
AN DIE REGENTEN DER DEUTSCHEN PRIESTERSEMINARE

Sonntag, 22. Juli 1973

 

Das thema Ihrer Tagung, die Sie als Regenten der deutschen Priesterseminare in der sommerlichen Hitze Roms für einige Zeit beschäftigt, ist gleichermaßen von brennender Aktualität: die Glaubensvertiefung der Alumnen durch Meditation und Gebet.

Heute wird sehr viel über Glaubensfragen gesprochen und diskutiert. Das ist von großer Bedeutung. Das Glaubenswissen wird auf diese Weise lebendig erhalten, ausgelegt und vertieft.

Es genügt aber nicht, nur über den Glauben zu reden. Vor allem diejenigen, die sich auf das Priestertum vorbereiten, dürfen nicht nur die Glaubensfragen studieren, sie müssen den Glauben leben und aus dem gelebten Glauben Zeugnis abl’egen. Sie müssen nicht nur von Christus wissen, sondern ihm begegnen, ihn erleben. Der Weg dazu ist die Betrachtung und das Gebet: immer mehr von ihm ergriffen werden, immer mehr er selbst werden, nichts anderes denken, wünschen, wollen als ihn: »Te cordis aha somnient«, wie es im Hymnus heißt: »Dich träume unser tiefstes Herz« (S. AMBROS. Ad horam incensi).

Nur so können die Alumnen der Forderung gerecht werden, die Weihe an sie stellen wird: das zu leben, was sie täglich vollziehen.

Dazu müssen Sie, liebe Mitbrüder im Priesteramt, ihnen helfen: durch Ihre Leitung, durch Ihre Erfahrung, durch das Zeugnis Ihres gelebten Glaubens. Eine schwere Aufgabe? Ja, eine sehr schwere Aufgabe, die Sie ganz in Anspruch nimmt. Wir sind bei Ihnen mit Unserem Gebet und Unserem besonderen Apostolischen Segen.

                                 



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