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ANSPRACHE VON PAPST PIUS XII.
 AN DIE TEILNEHMER DER
NATIONALWALLFAHRT DER UNGARN*

Freitag, 28. Juni 1939

 

Salve, carissime Nobis Cardinalis Strigoniensium Archiepiscope, salvete, venerabiles fratres et Episcopi et dilecti filii qui totius cleri hungarici quasi vices geritis, cuius firmam fidem, indefessum laborem, virtutes sacerdotales, elapso anno, occasione Congressus Eucharistici immortali memoria digni, experiri et admirari Nobis licuit. Summo afficimur gaudio, quod vos, quorum tunc hospes fuimus, hodie in hac Nostra domo excipere et vota Nostra pro universis filiis Nostris hungaricis ac tota vestra natione vobis committere possumus.

Geliebte Söhne und Töchter aus Ungarn! Was an der Hungaria catholica so verehrungswürdig ist, das ist die Treue, mit der die ungarischen Katholiken seit den Tagen des unvergleichlichen hl. Königs Stephan und seines Sohnes Emmerich ihren Glauben unter härtesten Prüfungen bewahrt haben. Wir denken vor allem an die Zähigkeit und Geduld, mit der ihr euren Glauben durch die Herrschaft des Halbmonds, durch anderthalb Jahrhunderte hindurch gerettet habt. Ein ausgeprägter edler Zug eurer Nation und die Gnade Gottes haben sich in dieser Glaubenstreue die Hand gereicht und gemeinsam ausgewirkt.

Heute spielen sich wieder überall religiöse Entscheidungen von größtem Ausmaß ab. Gott sei Dank — Christus und seine Kirche haben heute wie selten zuvor ein wohlgerüstetes Heer mutiger und opferwilliger Streiter, und auch auf die sieben Millionen ungarische Katholiken setzt der Statthalter Christi große Hoffnungen. Gott helfe euch, euren Glauben bis in seine letzten Folgerungen offen zu bekennen und ins Leben umzusetzen.

Mit Trost erfüllt Uns sodann die kindliche Verehrung und Liebe, die Ungarns Katholiken dem Heiligen Vater entgegenbringen. Es ist ja bezeichnend für eure Geschichte, dass die Zeiten der Blüte Ungarns immer auch Zeiten seiner innigsten Verbundenheit mit dem Stuhle Petri waren. Der beredste Ausdruck für diese Tatsache ist gerade die hl. Stephanskrone. Mit Stolz nennen Wir, wo von der Verbindung Ungarns mit dem Hl. Stuhl die Rede ist, Papst Innozenz XI. Erst die neuesten Forschungen haben ganz aufgehellt, wie entscheidend dieser heiligmäßige Papst zur Befreiung Ungarns beigetragen hat und dass sein Name von den großen Ereignissen vor und nach 1686 gar nicht wegzudenken ist. Wir sind glücklich in dem Bewusstsein, dass jene Jahre, die zu den glorreichsten der ungarischen Geschichte zählen, mit dem Namen eines Unserer Vorgänger so eng verknüpft sind.

Geliebte Söhne und Töchter, lasst die Anhänglichkeit an den Hl. Stuhl immer das Wahrzeichen eures kirchlichen Lebens sein. Sie ist auch das Geheimnis eurer Glaubenskraft und Glaubenstreue.

Unsere innigsten Wünsche gelten dem blühenden katholischen Leben eurer Heimat, vor allem dem vorbildlichen Arbeiten seiner Katholischen Aktion. Ungarns Aufstieg und Glück, seinen inneren und äusseren Frieden, vor allem aber sein religiöses Leben empfehlen Wir der überströmenden Liebe und Gnade Jesu Christi und dem machtvollen Schutze der Patrona Hungariae. Als Unterpfand dessen erteilen Wir euch, allen euren Lieben in der Heimat, allen, die ihr jetzt einschließt, vor allem eurer Jugend aus der Fülle des Herzens den Apostolischen Segen.


*Discorsi e Radiomessaggi di Sua Santità Pio XII, I,
  Erstes Pontifikatsjahr, 2. März 1939 - 1. März 1940, SS.229-230
  Tipografia Poliglotta Vaticana

 



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