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  RADIOMESSAGGGIO DI SUA SANTITÀ PIO XII
AI FEDELI DELLA DIOCESI DI BERLINO*

Domenica, 17 luglio 1949

 

Mit Ergriffenheit kommen Wir der Bitte eures Oberhirten, Unseres geliebten Sohnes Konrad Kardinals von Preysing nach, Unser Segenswort an den Katholikentag zu richten, den die Gläubigen der Diözese Berlin als ersten nach langer Unterbrechung wieder feiern.

In der Zwischenzeit hat eure Stadt Schicksale geradezu apokalyptischer Furchtbarkeit über sich ergehen lassen müssen; erschütternde Greuel des Krieges und der Zerstörung sind in ihren Mauern Wirklichkeit geworden; an den Männern und Frauen, dem jungen Volk und den unmündigen Kindern der Stadt und der Provinz haben sie sich in allen nur denkbaren Formen verhängnisvoll ausgewirt.

Im Jahre 1926 auf dem Märkischen Bekennertag zu Tegel - jener strahlende Augustsonntag und die dichtgedrängten, frohbewegten Scharen der Katholiken auf dem Brunowplatz, Glaubensfreude und Glaubensmut auf der Stirn und im Auge, stehen Uns noch in lebendiger Erinnerung - sprachen Wir von der ins Gigantische wachsenden Industrie Berlins, von seiner materiellen Hochkultur und rastlosen Erzeugung immer neuer Diesseitswerte. Wenn ihr heute den Blick über seine unabsehbaren Ruinenfelder schweifen lasst, ist sie da nicht, die einst himmelstürmende Weltstadt, wie ein schreckvolles Mahnzeichen, in den Diesseitswerten nicht aufzugehen, in ihnen nicht das Letzte zu suchen? Es gibt nur ein Letztes: Gott und die restlose Hingabe an Gott.

Wir wollen alber nicht stehen bleiben bei den düsteren Erinnerungen der vergangenen Jahre. Diese Jahre haben auch wundersam Erhebendes gesehen; felsenfesten Glauben, der sich durch nichts, nicht durch Gewalt und nicht durch Zusammenbruch aller irdischen Hoffnungen, beugen oder brechen liess; starkmütige Tugend, die auch den Tot nicht scheute, wo es um Gottes Gebot ging; Nächstenliebe echt wie Gold, die sich in diesen Zeiten der Obdachlosigkeit, des Hungers und der Not in allen Formen, glänzend bewährte; katholische Jugend, die unter Verzicht und Opfer Christus die Treue hielt genau so wie einstmals, als es eine Lust war, zur katholischen Jugend zu gehören; fromme Eltern, welche die Gottesfurcht und den Gottesfrieden des christlichen Familienlebens durch diese Zeiten der Auflösung aller Ordnung und der scheinbaren Umwertung aller sittlichen Werte mit ruhiger Festigkeit hindurchretteten und die sich das Letzte vom Munde absparten, um ihren Kindern Gesundheit und eine glücklichere Zukunft zu sichern. Gerade aus Berlin sind Uns ergreifende Beispiele solcher Elternliebe berichtet worden; selbstolose Priester, die in diesen Jahren unsäglicher Not treu zu ihren Gläubigen standen, zu den Einheimischen und zu den zuwandernden Heimatvertriebenen, die ihnen Halt und Stütze waren und für die religiöse Betreuung ihrer weitverstreuten Herde keinen Weg und kein Wagnis scheuten, wenn die auch oft, der eine nach dem andern, in voller Erschöpfung zusammenbrachen. Wir freuen Uns, geliebte Söhne und Töchter, der Gelegenheit, auch Unseren väterlichen Dank aussprechen zu können für den Glauben und die Liebe, die Ausdauer und Geduld, mit denen ihr unter übermenschlichen Schwierigkeiten Gott und seinem Gebot, Christus und seiner Kirche die Treue bewahrt habt.

Die Zukunft steht noch verschleiert und verhüllt vor euch. Legt sie in Gottes Hand und haltet euch selbst an ihn! Sie mag dann bringen, was sie will, immer wird sich eine göttliche Verheissung an euch erfüllen. Sie lautet: « Denen die Gott lieben, gereicht alles zum Besten » (Rom. 8, 28), alles, mag es auch noch so schwer erscheinen.

Nehmt als Leitspruch mit in die Zukunft das erhabene Wort des hl. Joannes: « Gott ist Liebe » (1 10. 4, 16)1 Denn fürwahr: das Werk der Zerstörung, das die vergangenen Jahre hinterlassen, die Not und Verarmung, die sie geschaffen, die Entfremdung und der Hass, die sie aufgetürmt haben - das alles kann nur überwunden werden von Menschen, die jetzt erst recht und unverbrüchlich an die Barmherzigkeit und Liebe Gottes glauben und die selbst der Liebe voll sind. Das ist die Liebe, die alles erträgt, die alles glaubt, alles hofft, alles duldet (cfr. 1 Cor. 13, 7), die zu den grössten Opfern befähight, dieallein imstande ist, immer wieder zu verzichten, zu helfen, zu verzeihen. Diese Liebe baut die Familien auf und sichert die eheliche Treue. Sie macht das Denken wach und empfindsam für die Forderungen der sozialen Gerechtigkeit, die immer gegolten haben, heute aber dringender denn je Erfüllung heischen. Gemeinwesen und Staaten mögen in den Fundamenten des Weltalls verankert erscheinen; wenn sie nicht aufgebaut sind auf dem Glauben an Gott und nicht getragen werden von Menschen tiefer Gottesliebe, sind sie mit innerer Notwendigkeit dem Untergang geweiht.

Wir stellen, geliebte Söhne und Töchter, eure Sorgen und Hoffnungen dem anheim, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden (cfr. Matth. 28, 18), empfehlen euch dem mächtigen Schutz seiner gebenedeiten Mutter, der allerseligsten Jungfrau Maria und erteilen als Unterpfand der göttlichen Hilfe euch allen, der ganzen Diözese Berlin: Stadt, Land und Volk aus der Fülle des Herzens den Apostolischen Segen.


*Discorsi e Radiomessaggi di Sua Santità Pio XII, XI,
 Undecimo anno di Pontificato, 2 marzo 1949 - 1° marzo 1950, pp. 151 - 153
 Tipografia Poliglotta Vaticana

 



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