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  DISCORSO DI SUA SANTITÀ PIO PP. XII
A
GLI ARTISTI DEL TEATRO DI STATO DI STOCCARDA*

Sala del Concistoro - Mercoledì, 24 gennaio 1951

 

Wir freuen Uns, Ihnen, geehrte Damen und Herren, den Gruss in Unserem Haus entbieten zu können. Sie kommen von dorther, wo die frohe Natur der Neckarlandschaft und menschliches Schaffen, immer treu den Gesetzen der Form, eine der schönsten deutschen Städte hingestellt haben.

Dürfen Wir eine Art — einen Hauch innerer Verwandtschaft andeuten zwischen Stuttgart und Paul Hindemith, den Sie hier in Rom zur Aufführung brachten? Er, sicher der Erste unter den deutschen Vertretern einer neuen Tonkunst, aus der man den herben Rhytmus der Gegenwart heraushören soll, versinn bildet in seinen Schöpfungen deren Tatkraft und Härte, aber in wachsender Anerkennung der überzeitlichen Tongesetze, nach denen die grossen Meister sich immer gebildet haben. Aehnlich wie Ihre Stadt; in ungewöhnlichem Schaffensdrang hat sie sich in wenigen Jahrzehnten zu ihrer jetzigen Grösse emporgearbeitet, indes immer so, dass sie eine Heimstätte edler Baukunst blieb, zu deren kostbaren Werken ja das Stuttgarter Staatstheater selbst zählt.

Ihr Beruf ist die Schauspielkunst. Wir wünschen Ihnen eine hohe Auffassung von ihm. Die Schauspielkunst verlangt nicht nur viel an Vorkenntnissen und Bildung, sondern ebenso feste Charaktere, denn ihr Weg führt über gefahrvolle, abschüssige Punkte. Sodann sollen Sie in der Rolle und über der Rolle stehen; dafür will es Anpassung wie Selbständigkeit. Auch soziale Forderungen sind an Sie gestellt : die volle Wirkung der Bühne liegt ja im Zusammenspiel aller Beteiligten; dazu braucht es aber vom Einzelnen die Bereitschaft zu Dienst und Verzicht. Was jedoch das Entscheidende ist : die Schauspielkunst soll immer darstellen auf dem Boden der von Gott gegebenen sittlichen Gesezte und immer mit dem Ziel, Sinnbilder und Vorbilder zu bieten, die das Volk zur Höhe, also im letzten näher zu Gott führen.

Dass es Ihnen gelingen möge, Ihren Beruf seinem Ideal mehr und mehr anzugleichen, dafür erhoffen Wir Ihnen Gottes gnädige Vorsehung und erteilen Ihnen von Herzen den Apostolischen Segen.


*Discorsi e Radiomessaggi di Sua Santità Pio XII, XII,
 Dodicesimo anno di Pontificato, 2 marzo 1950 - 1° marzo 1951, p. 427
 Tipografia Poliglotta Vaticana

 



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