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RADIOMESSAGGIO DI SUA SANTITÀ PIO PP. XII
AI PARTECIPANTI AL I CONGRESSO DEI CATTOLICI DI DANIMARCA
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 Domenica, 24 maggio 1953

 

Geliebte Söhne und Töchter des katholischen Dänemarks!

Gerne und nicht ohne tiefe innere Bewegung entsprechen Wir dem Wunsch eures von Uns geschätzten Oberhirten, den Wir heute als Bischof von Kopenhagen anzureden die Freude haben, zu eurer festlichen Tagung ein Wort zu sprechen und ihr Unseren Segen zu spenden. Es ist das erste Mal, dass der Nachfolger Petri von seinem Sitz in Rom euch in eurem eigenen Land anspricht. Nehmt Unser Wort, das die Aetherwellen zu euch tragen, als sinnfälliges Zeichen der väterlichen Sorge und Liebe, welche die Stellvertreter Christi immer für euer Volk wie die Völker von ganz Skandinavien gehegt haben.

Unser Gruss geht an euch, die ihr so zahlreich von Jütland und den Inseln in eurer Hauptstadt, der schönen und stolzen Herrin am Sund, zusammengekommen seid. Ihr liebt eure Heimat, und ihr habt Ursache, sie zu lieben : diese Welt von eigenartiger schlichter Anmut, mit ihrer ausgeglichenen Natur, ihrem vielfältig verschlungenen Zusammenspiel von Land und Meer, ihrem erfrischenden Wechsel von Wald, See und fruchtbarem Gefilde, ihrer reichen Geschichte und bodenständigen Kultur. Der König der Könige, in dessen Hand die Geschicke der Völker ruhen, schirme und schütze euer Vaterland und verleihe ihm gesicherten Frieden und stetige Wohlfahrt!

Unser Gruss geht weiter an eure Gäste aus der übrigen katholischen Welt, besonders jene, die aus Norwegen, Schweden und Finnland mit ihren Oberhirten, Unseren ehrwürdigen Brüdern, sich zu eurem Fest eingefunden haben. Er geht endlich an die Katholiken in den weiten Räumen Skandinaviens, die, wenn auch leiblich abwesend, doch im Geiste euch angeschlossen sind. Möchten sie alle durch Unser Wort und eure Feier bestärkt werden in dem Bewusstsein, dass sie nicht, allein stehen und sich nicht vereinsamt fühlen sollen, dass sie vielmehr als vollwertige Glieder eingefügt sind in den grossen, lebendigen Organismus, die Liebesgemeinschaft der katholischen Weltkirche.

Unser Gedenken geht in dieser Stunde zurück in eure Vergangenheit; es geht zu den Glaubensboten, die, beginnend mit Willibrord und Ansgar, eure Vorfahren Christus und der Kirche gewannen. Es geht auf jene ragenden Gestalten eurer Geschichte, deren Wirken für Dänemark zugleich nationale Höhe und religiöskirchliche Blüte bedeutet. Wir nennen Knud den Grossen und Knud den Heiligen, Erzbischof Absalon und die Waldemare, endlich die unvergleichliche Königin Margareta, mit und neben der hl. Birgitta sicher die hervorragendste Frau Skandinaviens im Mittelalter.

Wir gedenken sodann aller jener, die zur Zeit der unglückseligen Glaubensspaltung und in den folgenden Jahrhunderten sich für die katholische Kirche einsetzten. Einer von ihnen sei mit Namen genannt: Niels Stensen, auf den ihr mit Recht stolz seid, der gross war als Naturforscher und gross durch seine rückhaltlose Hingabe an die Sache Christi in den Nordischen Missionen.

Besonders aber gedenken Wir heute der Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und führenden Laien, die seit hundert Jahren, seitdem euer. Grundgesetz der katholischen Kirche die Bahn freigab, das katholische Leben in eurem Land wieder aufbauten. Wir dürfen die Hoffnung hegen, dass ihr mutiges Bekenntnis, ihr oft heldenhaftes Beispiel, Beten und Opfern das katholische Leben bei euch neuer Blüte entgegenführen werde.

Ihr habt, geliebte Söhne und Töchter, auf eurer Tagung sicher die Sorgen wie frohen Erwartungen, die euch bewegen, und die Aufgaben, die euch gestellt sind, besprochen und beraten. Wenn Wir ein Wort der Ermunterung oder Ermahnung beifügen sollen, so möge es folgendes sein:

Wir wünschen euch an erster Stelle ein lebendiges Bewusstsein eurer Glaubenssendung. Etwas von der dankbaren Freude und dem Stolz, die der hl. Paulus empfand, weil Christus ihn berufen hatte, sein Apostel zu sein, durchzittert das ganze Denken, Reden und Handeln der Urchristen. Wie ihr, so waren auch sie nur wenige, einer erdrückenden Mehrheit gegenüber, der ihr Glaube unfassbar, ja wie Torheit erschien (cfr. 1 Cor. 1, 18-25). Aber sie waren überzeugt von dessen göttlicher Kraft und haben ihn, wenn auch in schwerem Ringen und .unter blutigen Opfern, tatsächlich zum Siege geführt.

Die Kirche hat sich als lebendiger Organismus gegenüber jenen Zeiten des Anfangs entwickelt und vervollkommnet, und sie kann nicht in die Tage ihrer Kindheit zurückkehren. In ihrem Glaubensgeist bleiben die Urchristen jedoch immer Vorbild —auch für euch. Seid wie sie euch bewusst, dass ihr den Gott Entfremdeten, den Zweifelnden und Suchenden etwas ganz Grosses zu bieten habt : die sichere Antwort auf die letzten Fragen, die sie doch nicht in Ruhe lassen; den vollen Reichtum der Wahrheit und Gnade, die Christus uns brachte, bis zu den wunderbaren Geheimnissen der Eucharistie, der Auferstehung und des Ewigen Lebens.

Gleichsam nur am Rande seien dem gegenüber die Richtlinien und Lehren erwähnt, welche die katholische Weltanschauung auch für eine menschenwürdige und gerechte Regelung der Diesseitsbezirke, der wirtschaftlichen, sozialen und staatlichen bietet. Niemand wird der Kirche den Vorwurf zu machen wagen, sie habe jene Bereiche vernachlässigt. Soweit deren Regelung eine sittliche Aufgabe ist, legt die Kirche ein umfassendes, sehr realistisches, vollgültiges Programm vor, vollgültig, weil es bei allem Sinn für die Wirklichkeit das Diesseitsleben der Menschen aus der einzig entscheidenden Schau ihrer letzten und ewigen Bestimmung regelt.

Dies alles ist euer Besitz. Seid dessen froh. Seid aber auch der euch verpflichtenden Sendung eingedenk, diese höchsten Werte in die Welt hinauszutragen und eure Mitmenschen für sie zu gewinnen.

Wir wünschen euch als Zweites einen starken Willen zu christlicher Tat, zu einem Leben ganz aus dem katholischen Glauben. Ueberseht nicht, dass jede Äusserung innerhalb des religiös-kirchlichen Raums, ob Einzelwirken oder Bewegung und organisiertes Handeln, ohne Rücksicht auf jenes eine Entscheidende und losgelöst von ihm, Leerlauf ist, über kurz oder lang zur Unfruchtbarkeit verurteilt. Ganz gewiss verlangt ein Leben aus dem Glauben von euch Grossmut und ein hohes Mass persönlicher Festigkeit. Allein auch hier darf euch das Beispiel der Urchristen nicht ruhen lassen; für sie war es noch unvergleichlich schwieriger, ja menschlich gesprochen aussichtslos, sich gegen die herrschende Strömung durchzusetzen. Und doch haben sie sich durchgesetzt.

Wenn Wir eurer religiösen Tat ein Sonderziel aufzeigen sollen, ist es die vollkommene christliche Familie : die Familie, deren Nährboden reines Eheleben nach dem Gesetz des Schöpfers, deren Sonne die Gattin und Mutter ist in Hingabe und Liebe bis zur Selbstentäusserung, deren Kinder unverdorben heranwachsen, stolz auf ihren Vater, wie er ihnen voranleuchtet in Gottesfurcht, vorbildlicher Berufserfüllung und treuer Sorge für die Seinen; die Familie, auf der die Weihe des täglichen gemeinsamen Gebetes ruht und die jener Friede durchweht, den nur Christus zu geben vermag. Nichts Kostbareres könnt ihr, geliebte Söhne und Töchter, der Kirche wie auch eurem Volk schenken als die vollkommene christliche Familie.

Möge eure Tagung der Gnadenfülle des Pfingsfestes teilhaft werden und der Heilige Geist euer Wollen und Vollbringen mit seinem Feuer und seiner Kraft beleben. Möge Maria, die Mutter Jesu, durch ihre mächtige Fürbitte bei ihrem göttlichen Sohn und ihren gütigen Rat wie einst den Aposteln und der jungen Kirche, so auch euch die Mutter der immerwährenden Hilfe sein!

Als Unterpfand dessen erteilen Wir euren Oberhirten und Priestern, allen anderen mit ihnen in Seelsorge, Schule und Caritas Tätigen aus dem Ordens-und Laienstand, euch Anwesenden wie allen euren Glaubensbrüdern und Glaubensschwestern in Dänemark und den übrigen Nordischen Ländern aus der Fülle des Herzens den Apostolischen Segen.

Wir schliessen mit dem christlichen Gruss in eurer schönen Sprache : « Lovet vaere Jesus Kristus! ».


*Discorsi e Radiomessaggi di Sua Santità Pio XII, XV,
 Quindicesimo anno di Pontificato, 2 marzo 1953 - 1° marzo 1954, pp. 171 - 174
 Tipografia Poliglotta Vaticana

 



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