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ÜBERREICHUNG DER AKKREDITIERUNGSSCHREIBEN DER BOTSCHAFTER VON
GRENADA, GAMBIA, BAHAMAS, SCHWEIZ, KAP VERDE, ISLAND, TURKMENISTAN, MALTA, KATAR, ESTLAND

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS

Clementina-Saal
Donnerstag, 13. Dezember 2018

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Meine Damen und Herren Botschafter!

Es ist mir eine Freude, Sie willkommen zu heißen aus Anlass der Übergabe Ihrer Beglaubigungsschreiben, mit denen Sie zu außerordentlichen und bevollmächtigten Botschaftern Ihrer jeweiligen Länder beim Heiligen Stuhl akkreditiert werden: Schweiz, Malta, Bahamas, Kap Verde, Estland, Island, Turkmenistan, Grenada, Katar und Gambia. Ich bitte Sie, den jeweiligen Staatsoberhäuptern freundlicherweise meine Wertschätzung zu übermitteln, verbunden mit der Versicherung meines Gebets für sie und ihre Landsleute.

Wie Sie wissen, wird in diesem Jahr der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs begangen, eine unermessliche Tragödie, die mein Vorgänger Papst Benedikt XV. ohne Zögern als »unnötiges Blutbad« bezeichnet hat. Mögen die aus den beiden großen Kriegen des 20. Jahrhunderts gezogenen Lehren, die zur Gründung der Organisation der Vereinten Nationen geführt haben, weiterhin die Völker der Welt und ihre Führungspersönlichkeiten von der Unnötigkeit bewaffneter Konflikte überzeugen sowie von der Notwendigkeit, Konflikte durch geduldigen Dialog und Verhandlungen zu lösen. Es ist meine vom Gebet getragene Hoffnung, dass die von Ihnen nun im Dienst Ihrer jeweiligen Nationen begonnene Mission einen Beitrag leisten wird zu dem edlen Ziel, »untereinander in Gerechtigkeit und Liebe den Frieden zu festigen und all das bereitzustellen, was dem Frieden dient« (Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution, Gaudium et spes, 77).

Die internationale Gemeinschaft hat ebenfalls kürzlich ein bedeutsames Jubiläum gefeiert: Vor 70 Jahren wurden in diesem Monat die Allgemeine Erklärung der Vereinten Nationen über die Menschenrechte angenommen. Dieses grundlegende Dokument leitet weiterhin die Bemühungen der internationalen Diplomatie, um den Frieden in der Welt zu sichern und die ganzheitliche Entwicklung jedes Menschen und aller Völker zu fördern. Denn diese beiden Ziele sind untrennbar miteinander verbunden. In den allerersten Worten legt die Erklärung fest, dass »die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet« (Präambel).

In dieser Zeit tiefer sozialer und politischer Umbrüche darf der Einsatz für dieses Prinzip von Seiten der Regierungen und Völker nicht fehlen. Es ist grundlegend, dass die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte jegliches Bemühen inspiriert und leitet, um sich den gravierenden Situationen des Krieges und bewaffneter Konflikte, erdrückender Armut, Diskriminierung

und Ungleichheit zu stellen, die unsere Welt belasten und die in den letzten Jahren zur gegenwärtigen Krise der Massenmigration beigetragen haben. Keine wirksame Lösung dieses drängenden Problems darf unsere moralische Verantwortung ignorieren, mit der erforderlichen Aufmerksamkeit für das Gemeinwohl diejenigen, die auf der Suche nach einer sicheren Zukunft für sich selbst und ihre Kinder an unsere Türen klopfen, aufzunehmen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren (vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 2018, 4). Die Kirche ihrerseits setzt sich ein, mit jedem verantwortlichen Gesprächspartner an einem konstruktiven Dialog zu arbeiten, mit dem Ziel, konkrete Lösungen für dieses und andere dringende humanitäre Probleme vorzuschlagen und so durch die Linderung von Leid und die Unterstützung eines echten und ganzheitlichen Fortschritts das menschliche Leben und die menschliche Würde zu schützen.

Liebe Botschafter und Botschafterinnen, da Sie nun Ihre Mission beim Heiligen Stuhl antreten, entbiete ich Ihnen meine besten mit dem Gebet verbundenen Wünsche und versichere Sie der beständigen Hilfsbereitschaft der verschiedenen Büros der Römischen Kurie bei der Erfüllung Ihrer Verantwortlichkeiten. Auf Sie, auf Ihre Familienangehörigen, Ihre Mitarbeiter und alle Ihre Landsleute rufe ich von Herzen die Fülle des göttlichen Segens, Quelle der Freude und des Friedens, herab.



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