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PAPST FRANZISKUS

ANGELUS

Petersplatz
Sonntag, 6. August 2017

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Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

An diesem Sonntag feiert die Liturgie das Fest der Verklärung des Herrn. Der heutige Abschnitt aus dem Evangelium berichtet, dass die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes Zeugen dieses außerordentlichen Ereignisses waren. Jesus nahm sie »beiseite und führte sie auf einen hohen Berg« (Mt 17,1), und während er betete, veränderte sich sein Gesicht, es leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich Mose und Elija und redeten mit ihm. An diesem Punkt sagte Petrus zu Jesus: »Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija« (V. 4). Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie. Das Ereignis der Verklärung des Herrn bietet uns eine Botschaft der Hoffnung. So werden auch wir sein, bei ihm: Es lädt uns ein, Jesus zu begegnen, um den Brüdern und Schwestern zu dienen.

Der Aufstieg der Jünger zum Berg Tabor lässt uns darüber nachdenken, wie wichtig es ist, von den weltlichen Dingen Abstand zu nehmen, um einen Weg in die Höhe zu verwirklichen und Jesus zu betrachten. Es geht darum, uns bereit zu machen für das aufmerksame und betende Hören auf den Messias, den geliebten Sohn des Vaters, und Momente des Gebets zu suchen, die es gestatten, das Wort Gottes fügsam und voll Freude aufzunehmen. Bei diesem geistlichen Aufstieg, bei diesem Abstandnehmen von den weltlichen Dingen sind wir aufgerufen, die versöhnende und regenerierende Stille der Betrachtung des Evangeliums, des Lesens in der Bibel neu zu entdecken, die zu einem Ziel voll Schönheit, Glanz und Freude führt. Und wenn wir uns so bereit machen, mit der Bibel in der Hand, in der Stille, dann beginnen wir, diese innere Schönheit zu spüren, diese Freude, die das Wort Gottes in uns hervorbringt. In dieser Hinsicht ist der Sommer eine von der Vorsehung geschenkte Zeit, um unser Bemühen, den Herrn zu suchen und ihm zu begegnen, wachsen zu lassen. In dieser Zeit sind die Schüler von schulischen Verpflichtungen befreit und viele Familien machen ihren Urlaub; es ist wichtig, dass man in dieser Zeit des Ausruhens und des Abstandes von den täglichen Beschäftigungen die Kräfte des Leibes und des Geistes wieder stärken und dabei den geistlichen Weg vertiefen kann.

Nach der wunderbaren Erfahrung der Verklärung stiegen die Jünger den Berg hinab (vgl. V. 9), ihre Augen und Herzen verwandelt durch die Begegnung mit dem Herrn. Das ist der Weg, den auch wir zurücklegen können. Die immer lebendigere Wiederentdeckung Jesu ist kein Selbstzweck, sondern veranlasst uns, gestärkt durch die Kraft des göttlichen Geistes, »den Berg hinabzusteigen «, um neue Schritte der Umkehr zu beschließen und beständig die Liebe als Gesetz des täglichen Lebens zu bezeugen. Verwandelt durch die Gegenwart Christi und die Leidenschaft seines Wortes werden wir ein konkretes Zeichen der Leben spendenden Liebe Gottes für alle unsere Brüder und Schwestern sein, besonders für die Leidenden, für alle, die einsam und verlassen sind, für die Kranken und für die große Schar von Männern und Frauen, die in verschiedenen Teilen der Welt durch Ungerechtigkeit, Anmaßung und Gewalt erniedrigt werden.

Bei der Verklärung ist die Stimme des himmlischen Vaters zu hören, der sagt: »Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören« (V. 5). Wir wollen auf Maria blicken, die Jungfrau des Hörens, die immer bereit ist, jedes Wort ihres göttlichen Sohnes im Herzen aufzunehmen und zu bewahren (vgl. Lk 2,51). Unsere Mutter und die Mutter Gottes möge uns helfen, mit dem Wort Gottes in Einklang zu treten, so dass Christus Licht und Leitung unseres ganzen Lebens wird. Ihr vertrauen wir die Urlaubstage aller Menschen an, auf dass sie ruhig und fruchtbar sein mögen, vor allem aber den Sommer all jener, die keinen Urlaub machen können, weil das Alter, gesundheitliche oder mit der Arbeit verbundene Gründe, finanzielle Nöte oder andere Probleme sie daran hindern, auf dass es dennoch eine Zeit der Entspannung sein möge, die durch die Gegenwart von Freunden und heitere Augenblicke mit Freude erfüllt wird.


Nach dem Angelusgebet:

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich begrüße euch alle, die Römer und die Pilger aus verschiedenen Ländern: die Familien, die Vereinigungen, die einzelnen Gläubigen. Heute sind mehrere Gruppen von Kindern und Jugendlichen hier anwesend. Ich begrüße euch sehr herzlich, insbesondere die Jugendpastoralgruppe aus Verona, die Jugendlichen aus Adria, Campodarsego, Offanengo. Allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!

 



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