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GEBET VON PAPST FRANZISKUS
 AM MAHNMAHL DER ARDEATINISCHEN HÖHLEN

Donnerstag, 2. November 2017

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»Gott Abrahams, Gott Isaaks,
Gott Jakobs« (vgl. Exodus 3,6).
Mit diesem Namen hast du dich Mose offenbart,
als du ihm den Willen kundgetan hast, dein Volk aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien.
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs:
Gott, der einen Bund mit den Menschen schließt;
Gott, der sich in einem Pakt treuer Liebe für immer bindet.
Barmherzig und mitleidsvoll mit jedem Menschen und jedem Volk, das Unterdrückung erleidet.
»Ich habe das Elend meines Volkes […] gesehen,
und ihre laute Klage […] habe ich gehört.
Ich kenne ihr Leid« (Exodus 3,7).
Gott der Gesichter und der Namen.
Gott eines jeden der 335 Männer, die hier am 24. März 1944 grausam ermordet wurden
und deren sterbliche Überreste in diesen Gräbern ruhen.
Du kennst ihre Gesichter und ihre Namen.
Alle. Auch die der zwölf, die wir nicht kennen:
dir ist niemand unbekannt.

Gott Jesu, Vater unser, der du bist im Himmel.
Durch ihn, den Gekreuzigten und Auferstandenen,
wissen wir, dass dein Name »Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs« bedeutet,
dass du kein Gott der Toten bist, sondern der Gott der Lebenden (vgl. Matthäus 22,32),
dass dein Bund treuer Liebe stärker als der Tod und Gewissheit der Auferstehung ist.

Lass uns, o Herr, an diesem Ort, der dem Gedenken an die für Freiheit und Gerechtigkeit Gefallenen gewidmet ist,
die Sandalen des Egoismus und der Gleichgültigkeit ablegen
und durch den brennenden Dornbusch dieses Mausoleums in der Stille deinen Namen hören:
»Gott Abrahams, Gott Isaaks,
Gott Jakobs«, Gott Jesu,
Gott der Lebenden. Amen.

 


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