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GRUSSWORT VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE TEILNEHMER DES VOM GERICHT DER RÖMISCHEN ROTA
VERANSTALTETEN KURS "SUPER RATUM"

Aula Paolo VI
Mittwoch, 5. November 2014

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Ich habe keine Ansprache vorbereitet, ich möchte euch nur begrüßen. In der Außerordentlichen Synode war die Rede von den Verfahren, den Prozessen und es gibt die Absicht, das Verfahren aus Gründen der Gerechtigkeit zu vereinfachen.

Gerechtigkeit, damit es gerecht ist, und Gerechtigkeit für die Menschen, die warten, wie Seine Exzellenz, der Dekan, eben gesagt hat. Gerechtigkeit: wie viele warten jahrelang auf ein Urteil. Und deshalb habe ich bereits vor der Synode eine Kommission eingesetzt, die auf dieser Linie zur Vorbereitung verschiedener Möglichkeiten beitragen soll: eine Linie der Gerechtigkeit und auch der Liebe, weil es viele Menschen gibt, die ein Wort der Kirche über ihre eheliche Situation brauchen, ein Ja oder Nein, das aber gerecht sein soll. Einige Verfahren sind so langwierig oder schwierig, dass sie nicht helfen, und man lässt es. Ein Beispiel: Das interdiözesane Kirchengericht von Buenos Aires, das glaube ich in erster Instanz 15 Diözesen umfasst, ich erinnere mich nicht genau. Ich glaube bis in die am weitesten entfernte Diözese sind es 240 Kilometer… Das geht nicht. Es ist unmöglich, sich vorzustellen, dass einfache, gewöhnliche Menschen zum Gericht kommen: Sie müssen eine Reise machen, sie müssen Arbeitstage verlieren, auch das Einkommen… viele Dinge… Sie sagen: »Gott versteht mich, und so mache ich weiter wie bisher, mit dieser Last auf der Seele.« Und die Mutter Kirche muss Gerechtigkeit schaffen und sagen: »Ja, das ist wahr, deine Ehe ist ungültig – Nein, deine Ehe ist gültig.« Aber es ist Gerechtigkeit, dies zu sagen. So können sie den Weg weitergehen, ohne diesen Zweifel, dieses Dunkel in der Seele.

Es ist wichtig, dass diese Kurse veranstaltet werden, und ich danke dem Dekan für das, was er getan hat. Und ich danke ihm auch dafür, dass er selbst dieser Kommission vorsitzt, um Vorschläge für eine Vereinfachung des Verfahrens zu finden. Immer voran. Es ist die Mutter Kirche, die geht und ihre Kinder sucht, um Gerechtigkeit zu schaffen. Und man muss auch sehr darauf achten, dass die Verfahren nicht in den Rahmen von Geschäften fallen: und ich erwähne hier nichts Seltsames. Es gab auch öffentliche Skandale. Ich musste vor einiger Zeit selbst jemanden vom Gericht entlassen, der sagte: »10.000 Dollar und ich mache für dich beide Verfahren, das zivile und das kirchliche.« Das bitte nicht! Auf der Synode haben einige Vorschläge auch von Kostenlosigkeit gesprochen, man muss sehen… Aber wenn das geistliche Interesse mit dem ökonomischen verknüpft ist, dann kommt das nicht von Gott!

Die Mutter Kirche ist sehr großherzig, um kostenlos Gerechtigkeit schaffen zu können, wie wir auch umsonst von Jesus Christus gerechtfertigt worden sind. Dieser Punkt ist wichtig. Die beiden Dinge müssen getrennt werden. Und danke, dass ihr zu diesem Kurs gekommen seid: man muss studieren und weitergehen und immer die »salus animarum« suchen, die man nicht notwendigerweise außerhalb der Gerechtigkeit finden muss, vielmehr mit Gerechtigkeit. Vielen Dank, und ich bitte euch, für mich zu beten. Danke.

 



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