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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 2. Dezember 1998

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Heilige Geist ist die Quelle einer Hoffnung, die nicht täuscht. Im Advent sind wir eingeladen, die Bedeutung dieser Hoffnung für uns zu bedenken.

Dabei stehen wir in einer gewissen Spannung: Einerseits bereiten wir uns auf das Kommen des Reiches Gottes am Ende der Zeiten vor. Andererseits ist in Jesus Christus das Reich Gottes schon mitten unter uns. In Jesus Christus, seiner Menschwerdung, seinem Leiden und Sterben und in seiner Auferstehung ist der Himmel gleichsam auf die Erde gekommen, und die Erde ist in den Himmel erhöht.

Das höchste sakramentale Zeichen dafür ist die Eucharistie. Die sichtbaren Wirklichkeiten von Brot und Wein werden durch die Anrufung des Heiligen Geistes in den Leib und das Blut Jesu Christi gewandelt. Diese Feier ist nicht nur ein liturgischer Ritus. Sie ist auch ein sozialer Appell. Durch die Eucharistie wird die Kirche zum Brot, das für die Welt gebrochen ist.

Deshalb kann die Spiritualität des Christen weder Flucht aus der Welt sein noch Aktivismus, der jeder Mode nachläuft. Vom Heiligen Geist durchdrungen, möchte sie die Welt verwandeln. Denn sie hofft darauf: Das Reich Gottes ist im Kommen.

* * *

Mit dem Wunsch für einen segensreichen Advent grüße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Euch allen, Euren Lieben daheim und den über Radio Vatikan und das Fernsehen mit uns verbundenen Gläubigen erteile ich gern den Apostolischen Segen.

 



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