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SCHREIBEN VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE KARDINÄLE, DIE BEIM KONSISTORIUM VOM 
14 FEBRUAR 2015 KREIERT WERDEN

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Lieber Mitbruder,

heute wurde Deine Ernennung zum Kardinal der Heiligen Römischen Kirche veröffentlicht. Ich möchte Dir dazu meine Grüße übermitteln und Dir mein Gebet versichern. Ich bitte den Herrn, Dich in diesem neuen Dienst zu begleiten, der ein Dienst der Hilfe und Unterstützung des Papstes und der besonderen Verbundenheit mit seiner Person zum Wohl der Kirche ist.

Gerade um diese Dimension des Dienstes auszuüben, ist das Kardinalat eine Berufung. Der Herr ruft Dich durch die Kirche einmal mehr zu dienen. Tief im Inneren wird es Dir gut tun, um die Demut zu bewahren, im Gebet den Rat Jesu an seine Jünger zu bedenken: »Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: „Wir sind unnütze Sklaven“« (Lk 17,10) – und dies nicht bloß als Floskel einer guten Erziehung, sondern wirklich nach getaner Arbeit.

Demütig im Dienst zu bleiben, ist nicht einfach, wenn Du die Kardinalswürde als Belohnung, als Höhepunkt einer Karriere, als Auszeichnung der Macht oder als höhere Ehre betrachtest. Daher helfe Dir die tägliche Arbeit, solche Überlegungen abzuwehren, und denke daran, dass Kardinal zu sein bedeutet, in die Diözese Rom inkardiniert zu sein, um dort mit vollem Einsatz Zeugnis von der Auferstehung des Herrn zu geben und dies, wenn nötig, bis zur Hingabe des Blutes.

So viele Menschen freuen sich über Deine neue Berufung und als gute Christen feiern sie diese, denn es ist den Christen eigen, sich zu freuen und feiern zu können. Nimm es in Demut an. Sorge einfach dafür, dass sich in diese Feiern nicht der Geist der Weltlichkeit einschleicht, der mehr berauscht als Alkohol auf nüchternen Magen, Unruhe schafft und vom Kreuz Christi wegführt.

Bis zum Wiedersehen am 14. Februar bereite Dich mit Gebet und etwas Buße vor, damit Du viel Frieden und Freude geschenkt bekommst. Und ich bitte Dich herzlich, vergiss nicht, für mich zu beten. Jesus segne Dich und die heilige Jungfrau Maria beschütze Dich.

In mitbrüderlicher Verbundenheit

Aus dem Vatikan, am 4. Januar 2015

Franciscus

 


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