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JOHANNES PAUL II.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 16. April 1997

   

Liebe Schwestern und Brüder!

"Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser! Von Krankheit, Hunger, Unwetter und Krieg, befreie uns, o Herr."

Dieses Fürbittgebet begleitete mich auf meiner Reise nach Sarajewo, der Stadt, die in der Tat Symbol für europäische Krisen ist. Sarajewo war im Jahr 1914 der äußere Anlaß für den Beginn des ersten Weltkrieges und zum Ende dieses Jahrhunderts wurde die Stadt erneut zum Zentrum der schmerzlichen Kriegsereignisse auf dem Balkan mit vielen Toten. Deswegen wurde Sarajewo auch zur Stadt der Friedhöfe.

Gleichsam jeden Tag konnten wir schmerzerfüllte Mütter und ihre Töchter sehen, die an den Gräbern ihrer Ehegatten, Väter und Verlobten niederknieten. Deshalb mußten in Sarajewo die Worte Pauls VI. wiederholt werden: "Nie wieder Krieg!"

Bereits seit Jahren hatte ich die Absicht, Sarajewo zu besuchen; und die Bewohner der Stadt erinnerten sich daran. Sie wußten, daß die Kirche nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt auf ihrer Seite stand und daß sie nicht verlassen waren. Dieser ständige Beistand vonseiten der Kirche zeigte sich auch in der Erhebung zur Kardinalswürde von Erzbischof Vinko Puljic im Konsistorium von 1994.

Unter dem Zeichen des Gebets für den Frieden stand das ganze Programm meines Pastoralbesuches nach Sarajewo. Alle Gemeinschaften von Bosnien und Herzegowina sowie alle Bewohner bat ich zu vergeben und um Vergebung zu bitten. Der Weg der Versöhnung und des Dialogs ist der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden.

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Mit dieser kurzen Betrachtung grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher sehr herzlich. Mein besonderer Gruß gilt den Mitgliedern der "Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Presse e. V.", den evangelischen und katholischen Pfarrgemeinderäten aus Wolfsburg sowie den Schülerinnen und Lehrkräften der Mädchenrealschule der Dominikanerinnen aus Dießen am Ammersee. Euch alle lade ich ein, für einen dauerhaften Frieden zu beten, der gekennzeichnet ist von Dialog und Verständnis. Euch, Euren lieben Angehörigen zu Hause sowie den mit uns über Radio Vatikan und das Fernsehen verbundenen Gläubigen erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana 

   



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